Ich bin Lebensraum

„Ich bin Lebensraum.“ Dieser Satz ist wie ein Samen, der in die Erde gelegt wird. Aus ihm beginnt eine Bewegung, ein Wachsen, ein Entfalten.

Zuerst öffnet sich der materielle Raum. In mir wohnen unzählige kleine Wesen – Zellen, Mikroorganismen, winzige Helfer, die wie Wurzeln Nahrung aufnehmen und weitergeben. Luft, Wasser, Nahrung strömen hinein, werden verwandelt, weitergereicht. Innen und Außen sind keine festen Mauern, sondern durchlässige Poren, ein rhythmisches Atmen. Ich bin Durchgang, und durch mich hindurch fließt das Leben.

Aus diesem Grundgewebe erhebt sich der Seelenraum. Er ist wie der Stängel einer Pflanze, der Resonanzen leitet. Meine Offenheit lässt andere Gesichter leuchten, wie Sonnenstrahlen, die sich im Stängel sammeln. Seelenenergien strömen hin und her, färben sich, verwandeln sich, kehren zurück. Besonders dort, wo Fassaden bröckeln – im Alter, wenn die Schichten dünner werden – wird dieser Austausch klarer, unmittelbarer, kindlicher. Ich bin Resonanzkörper, und durch mich hindurch tanzen die Seelen.

Dann breiten sich die Blätter aus: der Geistesraum. Sprache, Gedanken, Ideen sind wie Photosynthese – sie nehmen Strahlen auf und verwandeln sie in Nahrung für das Kollektiv. Wenn die Zeit reif ist, genügt ein Funke, und ein neues geistiges Muster entfaltet sich wie ein Blatt, das sich öffnet. Hier ist die Grenze zwischen „mein“ und „dein“ am durchlässigsten – Ideen sind wie Wind, der über alle Blätter streicht. Ich bin Muster, und durch mich hindurch webt sich das geistige Gewebe.

Schließlich öffnet sich die Blüte selbst: der kosmische Raum. Familie, Dorf, Staat, Kontinent, Erde, Sonnensystem, Galaxie – jede Schicht ein Blatt, das sich nach außen entfaltet. Alle Blätter durchdringen sich, bilden Muster, tanzen miteinander. Die Blüte ist nicht abgeschlossen, sondern Teil eines größeren Feldes von Blüten, die zusammen ein kosmisches Gewebe bilden. Ich bin Lebensraum, und durch mich hindurch strömt das große Muster des Universums.

Am Ende kehrt alles wieder zurück in den Samen. Doch der Samen ist nicht Abschluss, sondern Anfang. Er trägt die ganze Blüte in sich, bereit, sich erneut zu entfalten.

Bildquelle: KI Copilot

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